Stadtπrat

Eine Reise ins Ungewisse.

Ganz kleine Brötchen

21. September 2021 — tux0r

Meine bisher letzte Begegnung mit Peter "der Große" Rosenbaum hatte ich anlässlich der "Wahlparty" der BIBS. Die BIBS - Bürgerinitiative Braunschweig - wurde, so weit mir bekannt ist, von ihm gegründet, weil er sich mit seinem hinteren Listenplatz bei den Grünen nicht abfinden wollte. Er steht eben gern im Mittelpunkt; wie geschaffen also für den Bundestag, für den er momentan ebenfalls kandidiert. Man mag abwarten, ob er sich damit zufrieden gibt, nicht erneut im Stadtrat zu sitzen.

Gram gegen meine Person konnte ich auf der "Wahlparty" nicht wahrnehmen und auch meine Unterschrift für seine eigene Kandidatur vermochte Peter Rosenbaum nicht negativ zu sehen. Nun aber, in der Gruppenfindungsphase, empfand er es als reizvoll, "den BS-Piraten" die "Politik-Fähigkeit" - wohl in Kenntnis seines Publikums mit BILD-Bindestrichen gesetzt - "nicht nur in den Gremien", bedeutungsvolle drei Punkte, abzusprechen, sofern es ihnen "nicht gelingen" sollte, "diesen Piraten" (i.e. mich) "schnellstens loszuwerden". Wie sie das ohne eine Parteimitgliedschaft meinerseits und ohne erhebliche Beeinträchtigung meiner Unversehrtheit wohl durchführen sollen, ließ Peter Rosenbaum offen.

Der vorgebliche Hintergrund seines Missmuts, hinter dem ich persönlich ein albernes Umsichschlagen aufgrund der Gewissheit, dass nicht mal seine eigene Wählergruppe ihm noch irgendwelche Posten garantiert, vermute, ist ein bald zehn Jahre alter Artikel über elf Jahre alte (und später mehrfach revidierte) Äußerungen meinerseits, der gerade mal wieder durch die Medien gespült wird. Natürlich hätte man das auch in den mehr als vier Monaten zwischen Aufstellung und Wahl machen können, aber diesbezüglich war wenig zu sehen. Fast könnte man meinen, dass es der BIBS und denjenigen, die die Verlautbarungen Peter Rosenbaums begeistert aufgreifen (zu meiner völlig ausbleibenden Überraschung oft Anhänger der, glaubt man weiterhin bloß den Medien, wie es in meinem Fall anscheinend passiert, rassistischen Männerpartei "Die PARTEI"), gar nicht um irgendwelche Anfänge geht, derer man sich erwehren müsse, sondern lediglich darum, andere Gruppen im Stadtrat mittels Entzweiung möglichst klein zu halten, um die eigene Stimme zu stärken.

Aber das wäre doch wirklich hinterfotzig, oder?

Schlagworte: wahlen, presse, peter-rosenbaum, bibs, piratenpartei, die-partei, persönliches

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Gruppenphaser (Prequel)

16. September 2021 — tux0r

Aufgrund einer anstehenden Reform der kommunalen Regelungen in Braunschweig sind die Begehrlichkeiten, was die Gruppenbildung angeht, noch geweckter als sonst, möchte mir scheinen. Ende September weiß ich vielleicht mehr.

Bereits gefundene Erkenntnis: Ich bin zu ungeduldig für derlei. Meine Nerven!

Schlagworte: stadtrat, braunschweig, fraktion

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Wenn die Liste das Vertrauen schlägt

14. September 2021 — tux0r

Das Merkwürdigste an meiner Wahl ist vermutlich weniger, dass ich allein gewählt wurde, denn auch in der zu Ende gehenden Wahlperiode hatte es nur ein Pirat in den Stadtrat geschafft. Interessanter ist, dass ich es geworden bin, denn diejenigen Stimmen, die nicht auf die Liste der Partei entfielen, gingen zu großen Teilen an andere Kandidaten als mich. Auch mein Mitbewerber für den Stadtbezirksrat erhielt mehr Stimmen als ich, jedoch insgesamt zu wenig für einen Sitz in diesem Bezirksrat.

Auf der Liste aber stand ich ganz oben, und die Prozente der Liste haben - wenn auch knapp - gereicht, um dem Listenersten einen Ratssitz zu geben. Das versetzt die Piratenpartei Braunschweig in die interessante Situation, dass ihr Ratsmandat nicht zur Folge hat, dass sie zur kommenden Kommunalwahl keine Unterstützerunterschriften mehr sammeln muss, denn als Parteiloser bin ich zwar für die Piraten im Stadtrat, aber die Piraten sind es nicht. Dem Problem könnte ich nicht mal unbürokratisch vorbeugen, denn auch der Zweitplatzierte ist ein parteiloser Freibeuter.

Ich war der einzige Kandidat der Piratenpartei Braunschweig, der keine Gesichtsfotos von sich in die Stadt gehängt hat; stattdessen ließ ich mir mit einem meiner Mitstreiter die "Stell dir vor, du wirst gefragt"-Kampagne einfallen, die frei befüllbare Felder als ständige Volksbefragung anstelle von "so seh' ich aus und so heiß' ich, wählt mich!" - ein außerordentlich dummes Konzept, wie ich finde - auf Plakaten und Postkarten, die kürzlich in vielen Braunschweiger Briefkästen zu finden waren, den Einwohnern präsentierte. Tatsächlich wurden von diesen Optionen die Plakate zur Kommunalwahl am meisten genutzt: kaum eines blieb unbeschriftet.

Ungeklärt bis auf Weiteres: Ob die Kampagne entscheidend für den (wenn auch kleinen) Wahlerfolg war?

Die gestrige "haha fuck"-Stimmung ist jedenfalls noch nicht verflogen. Es gibt vieles, was jetzt noch schiefgehen kann. Aufgeatmet wird insofern nicht vor der ersten eigenen Ratssitzung. Es bleibt spannend.

Schlagworte: wahlen, piratenpartei, kampagne

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Haha fuck.

13. September 2021 — tux0r

Der 12. September 2021 war ein Tag der Enttäuschungen, was die ehemals eigene Partei betraf: Die gemeinsame Oberbürgermeisterkandidatin mit den Grünen, Tatjana Schneider, wurde überraschend nur Dritte und kein einziger Bezirksratskandidat bekam ein Mandat. Ich ging mit der Vermutung ins Urlaubsbett, dass die investierte Zeit und diesmal auch das investierte Geld letztendlich vergeudet worden waren.

Am 13. September 2021 erwachte ich zu einer Nachricht in einem hier nicht näher erwähnenswerten Messenger: Man beglückwünschte mich. So wach war ich lange nicht mehr.

Meine erste Reaktion war der Abruf der "vorerst finalen" Wahlergebnisse sowie eine Nachricht an einige wenige soziale Kontakte: Haha fuck.

Ich hatte die Piratenpartei nach über elf Jahren zum Neujahr 2021 verlassen, aber weitgehend im Guten, weshalb sie mich als Freibeuter - so heißen "Piraten", die keine Parteimitglieder sind - für den Braunschweiger Stadtrat nominiert hat. Anscheinend hätte ich das viel früher machen sollen.

Jetzt bin ich also zum ersten Mal in meinem politischen Leben dieses Ratsherr - nominell ohne politische Heimat in einer Stadt, deren politische Gremien mich kaum kennen. Interessant dürfte die Herausforderung werden, nicht als (chancenloser) Einzelkämpfer zu enden, denn die Kollaboration der Piratenpartei mit der "PARTEI", die in den vergangenen fünf Jahren stattfand, möchte ich auf keinen Fall fortführen.

Ich weiß nicht, was jetzt auf mich zukommt. Ich hoffe, es wird witzig.

Schlagworte: haha-fuck, wahlen, fassungslosigkeit, piratenpartei, braunschweig

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